Leitwort

Erwartungen in unsicheren Zeiten.

Liebe Kolpingschwestern und -Brüder, liebe Freunde,
Der Herbst kündigt sich an. Die Sonne schenkt immer noch ihr Licht, doch geht ihre Wärmestrahlung deutlich zurück. Die Adventszeit und Weihnachten scheinen Ende September zum Zeitpunkt der Redaktion dieser Zeilen noch weit weg zu sein. Das Jahresende wird aber schnell vor unserer Tür stehen.
Advent ist eine Zeit des Wartens. In diesen Herbsttagen sind wir bereits in einer Erwartungshaltung, was unserem Alltag und der Welt angeht. Vieles haben wir in den letzten drei Jahren erwartet, und so viel ist doch anders geworden: eine anhaltende Pandemie, der Krieg in Osteuropa, bedenkliche Preissteigerung für Lebensmittel und Rohstoffe. Die Liste ist lange. Die Gesellschaft ist nun in ihren Strukturen erschüttert. Regierungen haben die Orientierung verloren bzw. sind stark verunsichert.
Die Zeiten sind unsicher und unsere Erwartungen sind hoch: Leben ohne Corona, Weihnachten und Neujahr ohne Einschränkungen feiern, das Ende der mörderischen Kämpfe in der Ukraine, wieder volle Regale und normale Preise für Lebensmittel, eine stabile, sichere, kostenerträgliche Energieversorgung.
Die sozial-wirtschaftliche Situation ist nicht gesund, sie spaltet die Gesellschaft unnötig. Selbst innerhalb der Kirche sind deutliche Töne der Disharmonie zu hören.
Doch immer wusste der Mensch zu reagieren und sich den Umständen neu anzupassen. Er erhofft sich neue Wege. Er sucht Alternativen, wenn seine Erwartungen nicht erfüllt werden können. Die Wege in die Zukunft sind doch meistens anders als angedacht und erhofft.
In Israel war ein König erwartet, der das Land von der Besatzungsmacht befreien sollte. Es kam kein Feldherr, sondern ein Kind in einer Krippe, geboren unterwegs, der nicht nur Israel, sondern die ganze Menschheit eine Botschaft der Befreiung brachte.
Kaum eine Erwartung kann so deutlich widerlegt werden. Dieses Kind will uns sagen: Verliert den Mut nicht; haltet zusammen; wirkt zusammen zum Wohl aller; seid bei den Schwachen, besonders in diesen unsicheren Zeiten; seid Licht in der Finsternis einer Welt, die sich verändert.
Statt Klagen und Resignation gilt die Hoffnung über die enttäuschten Erwartungen hinweg.
Mit Mut, Zuversicht, aber auch mit Realismus will die Kolping-Familie Weinheim in die Normalität erneut einsteigen. Gemütliche Begegnungen haben im Gemeindehaus St. Marien bereits stattgefunden. Auftakt war das gelungene Sommerfest in der Scheier. Die Montagsaktivitäten haben neu angefangen (mehr in diesem Programmheft). Die Senioren treffen zur Freude aller 14-tägig wieder zusammen. Die Jungen Familien sind bereits bei der Planung von Aktionen im Advent. Der Kolping-Gedenktag ist für den 3. Advent in der neurenovierten Kirche St. Marien geplant. Die jährliche Schuhaktion in der Adventszeit wird wieder stattfinden. Der Nikolaus wird im Walde die Kinder besuchen und eine Freude vom Himmel schenken.
Der Herbst möge allen zuerst mit den schönen Farbtönen der Natur eine Freude bereiten. Mit der Hoffnung auf Schritten zum Frieden im Osten gehen wir Weihnachten entgegen. Gott will immer noch wehrlos in der Krippe dieser Welt die Botschaft des Friedens bringen.
Allen, in den Familien, in Seniorenheimen, auch im Krankenhaus, den Jungen und den Alten, den Gesunden und den Kranken wünschen wir von der Kolping-Familie Weinheim aus, mit dem Vorstand und der geistlichen Begleitung, die innere Ruhe der Seele in malerischem Herbst , eine besinnliche Adventszeit und schon jetzt fröhliche und gesegnete Weihnachtstage.
Treu Kolping
Diakon Pierre Gerodez, Präses
mit Carolin Schneegaß, Geistliche Begleitung

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